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Über mich

Wie alles begann...


Nairobi, 2007. Die Luft ist dünn, die äquatoriale Sonne brennt gnadenlos durch die Fenster des UN Recreational Centre. Ich bin Ende zwanzig, mit der Flexibilität eines gefrorenen Baumstamms – und einem Ego, das größer ist als das UN-Hauptquartier nebenan.

Mein Plan: ein bisschen auf der Matte herumliegen und mich danach wie gewohnt weiter über Yoga lustig machen.

Zehn Minuten später war der Spaß vorbei.

Ashtanga Vinyasa Yoga. Der Schweiß tropfte so sehr, dass sich meine Matte in eine Rutschbahn aus reinem Versagen verwandelte. Während meine Freundin neben mir grazil in den herabschauenden Hund glitt, glich meine Version eher einem altersschwachen Dackel, der versucht, eine Pommes unter dem Sofa hervorzuangeln.

In diesem Moment betrat meine erste Lehrerin mein Leben: eine handfeste Inderin, Anfang vierzig, gestandene Mutter und yoginī alter Schule.

An dieser Stelle: Namaskāram ācāryā.

Sie korrigierte mich nicht mit sanften Worten, sondern mit präzisen, unnachgiebigen Griffen.

„Breathe through it.“

Mitten in diesem Albtraum aus Hitze, Überforderung und gnadenlosen Korrekturen passierte dann etwas Unerwartetes:

Mein Geist hielt zum ersten Mal seit Jahren einfach die Klappe.

Als wir später aus dem Raum taumelten, wusste ich eigentlich nur zwei Dinge über Yoga:

Ich war nicht besonders gut darin – und ich wollte unbedingt wiederkommen.



Ursprünglich habe ich Biologie studiert und später meinen MSc in Neuseeland gemacht. Damals ging es viel um Systeme, Zusammenhänge und darum, wie komplexe Dinge funktionieren.

Im Nachhinein merke ich: Genau das fasziniert mich heute auch am menschlichen Körper.

Jahre vergingen in denen ich viel Interessantes erlebt und gelernt habe, aber Yoga spielte hier meist nur eine Nebenrolle.

2015 wurde bei mir dann eine schwere Autoimmunerkrankung diagnostiziert. Einer dieser Momente, in denen das Leben kurz innehält und einen fragt, ob man nicht vielleicht ein paar Dinge anders machen möchte.

Also stellte ich mein Leben ziemlich gründlich auf den Kopf.

In dieser Zeit wurde Yoga von einer interessanten Nebensache zu etwas, das mir wirklich Halt gab – ein Weg zurück zu Stabilität, Vertrauen und Geduld mit dem eigenen Körper.

Ich praktizierte mehrere Jahre sehr intensiv. Manche würden sagen: obsessiv.

Aber hey – zumindest mit guten Ergebnissen.

Irgendwann entstand daraus eine neue Frage:

Vielleicht möchte ich das, was mir so geholfen hat, auch weitergeben?

2021 habe ich schließlich meine Yogalehrer Ausbildung abgeschlossen und begonnen zu unterrichten. Zwei Jahre später kam noch eine Sporttherapie Ausbildung dazu.

Heute arbeite ich außerdem als Bewegungstherapeut in einer psychiatrischen Klinik. Dort erlebe ich jeden Tag, wie viel Einfluss Bewegung auf unser Wohlbefinden haben kann – körperlich wie mental.

Ende 2025 ging es dann zurück nach Bremen. Heute lebe ich hier in Horn mit meiner Familie und starte mein erstes eigenes, kleines Yoga-Projekt.

Mir geht es dabei weniger um Perfektion auf der Matte als darum, Yoga als Werkzeug für ein stabileres, klareres und gesünderes Leben zugänglich zu machen.

Was die Erkrankung angeht, bin ich glücklicherweise schon lange in stabiler Remission – aber leider immer noch ein ziemlich komischer Typ.

(Wobei das in der Yoga-Szene eher ein Vorteil ist.)

Bei mir dreht sich jedenfalls alles darum, Menschen in Bewegung zu bringen.


Vielleicht ja auch Dich.


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